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Handgezeichneter Gartenzonen-Plan auf einem Holztisch mit Gartenwerkzeug und Jungpflanzen

Themen

Permakultur-Arbeitsbuch für deinen Garten

Dieses Arbeitsbuch ist für alle, die ihren eigenen Garten, Balkon oder ihre Fläche nach den Prinzipien der Permakultur umgestalten und planen wollen, egal ob kompletter Neuanfang oder schrittweise Weiterentwicklung.

So arbeitest du damit:

  1. Arbeite die Kapitel der Reihe nach durch, jedes baut auf dem vorherigen auf.
    • Nimm dir für die Standortanalyse und die Zieldefinition wirklich Zeit, hier entscheidet sich, ob der Rest passt.
  2. Hake die Checklisten ab, sobald du einen Punkt bearbeitet hast, sie zeigen dir deinen Fortschritt.
  3. Trag deine eigenen Notizen direkt in die Felder ein, das Arbeitsbuch ist zum Schreiben da, nicht nur zum Lesen.

Am Ende hast du einen fertigen Plan für deinen Garten und weißt genau, wo du als Nächstes anfängst.

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01

Standortanalyse

Bevor du auch nur eine Pflanze aussuchst, lern deinen Standort kennen. Die meisten Fehler in der Gartenplanung entstehen, weil dieser Schritt übersprungen wird.

Sonne. Beobachte über ein paar Tage, wo in deinem Garten wie viel Licht ankommt, am besten zu drei Zeitpunkten (morgens, mittags, abends). Notiere dir vollsonnige, halbschattige und schattige Bereiche. Im Winter fällt der Schatten ganz anders als im Sommer, weil die Sonne tiefer steht. Wer kann, beobachtet zu beiden Jahreszeiten, sonst hilft ein Sonnenstandsrechner im Internet.

Boden. Mach die Fingerprobe: feuchte Erde zwischen den Fingern reiben, fühlt sie sich sandig, schluffig, lehmig oder tonig an? Eine einfache Spatenprobe zeigt dir außerdem, wie tief die humose Schicht reicht und ob es Verdichtungen gibt.

Wasser. Wo sammelt sich Regenwasser, wo läuft es schnell ab? Gibt es eine Regentonne, einen Anschluss, eine Möglichkeit für eine Zisterne?

Wind und Mikroklima. Gibt es eine Wetterseite, einen Windkanal zwischen Gebäuden, eine geschützte Ecke, die wärmer bleibt als der Rest?

Bestehendes. Welche Bäume, Sträucher, Wege, Zäune, Gebäude sind schon da? Was davon behältst du, was verändert sich?

Meine Notizen zum Standort

BeobachtungMeine Notizen
Sonne
Boden
Wasser
Wind
Bestehendes

Sektoren. Halte fest, aus welcher Richtung äußere Einflüsse auf deinen Garten wirken, zum Beispiel Sonne, Wind, Lärm oder Blicke von Nachbarn. In den Standortnotizen oben hältst du fest, wie es auf deinem Grundstück aussieht, bei den Sektoren geht es darum, was von außen darauf einwirkt. So kannst du diese Einflüsse gezielt nutzen oder abschirmen, statt nur darauf zu reagieren.

Meine Sektoren

EinflussAus welcher Richtung?Nutzen oder abschirmen?
Sonne im Sommer
Sonne im Winter
Hauptwind
Kaltluft und Frost
Lärm
Einblicke von außen
Wildtiere

Beobachtungstagebuch. Notiere ein Jahr lang, wann was blüht, wann der erste und der letzte Frost kommt und welche Tiere wann auftauchen. Das Tagebuch läuft einfach nebenher: du musst nicht ein Jahr warten, bevor du mit den nächsten Kapiteln weitermachst.

Mehr dazu: Boden und Wasser.

Checkliste Standortanalyse

02

Ziele und Bedürfnisse klären

Ein Garten kann nicht alles gleichzeitig sein. Bevor du planst, klär für dich, was er vor allem leisten soll.

Leitfragen:

  • Willst du vor allem eigenes Gemüse, Obst und Kräuter ernten, oder stehen Erholung und Aufenthalt im Vordergrund?
  • Wie wichtig ist dir die Förderung von Wildbienen, Vögeln und anderen Tieren?
  • Wie viel Zeit kannst du realistisch pro Woche investieren, gerade am Anfang und dann langfristig zur Pflege?
  • Wie viel Budget steht für Material, Pflanzen und eventuell Hilfe von außen zur Verfügung?
  • Gibt es Familienmitglieder, Haustiere oder Nachbarn, deren Bedürfnisse mitgedacht werden sollten?
  • Planst du für die nächsten ein bis zwei Jahre, oder denkst du in Jahrzehnten (wichtig für Bäume und Gehölze)?

Schreib dir maximal drei Hauptziele auf. Mehr als drei führen meistens dazu, dass keines davon richtig gelingt.

Mein Ziel 1:

Mein Ziel 2:

Mein Ziel 3:

Checkliste Ziele

03

Grundprinzipien und Zonierung

Permakultur ist keine Liste von Pflanzen, sondern eine Art zu planen.

Die drei Ethiken. Permakultur baut auf drei Grundhaltungen auf: Sorge für die Erde, Sorge für die Menschen und gerechtes Teilen. Gerechtes Teilen heißt zum Beispiel, Überschüsse aus dem eigenen Garten an Nachbarn zu verschenken, Saatgut zu tauschen oder Werkzeug gemeinsam zu nutzen.

Aus diesen Haltungen ergeben sich ein paar Grundgedanken für die Planung:

Beobachten vor Handeln. Je länger du deinen Standort vor großen Eingriffen beobachtest, desto weniger musst du später korrigieren.

Mit der Natur arbeiten statt gegen sie. Nutze, was schon da ist: Gefälle, Schatten, bestehende Pflanzen. Plan sie ein, statt sie wegzuplanen.

In Kreisläufen denken. Was an einer Stelle als Abfall gilt (Laub, Küchenreste, Grasschnitt), ist an anderer Stelle ein wertvoller Rohstoff.

Zonierung, ein zentrales Werkzeug der Permakultur: Ordne deinen Garten danach, wie oft du an einem Ort etwas tun musst.

  • Zone 0: Das Haus, in dem du wohnst.
  • Zone 1: Direkt an der Tür. Alles, was täglich Aufmerksamkeit braucht oder oft geerntet wird: Kräuter, Salat, Kräuterspirale.
  • Zone 2: Wird seltener besucht: Beerensträucher, kleinere Obstbäume, Kompost.
  • Zone 3 und weiter: Gibt es meist nur auf größeren Grundstücken: Streuobst, extensive Flächen und Bereiche, die sich weitgehend selbst überlassen bleiben.

Klassisch unterscheidet die Permakultur Zone 0 bis 5, wobei Zone 5 unberührte Wildnis ist. Für den Hausgarten reicht die vereinfachte Einteilung.

Bei einem kleinen Garten oder Balkon verschmelzen die Zonen oft, das Prinzip bleibt trotzdem hilfreich: was du oft brauchst, gehört in Reichweite.

Arbeitsblatt: Deine Zonen

Zeichne (auf Papier oder digital) den Grundriss deines Gartens aus Kapitel 1 noch einmal und trag ein, welcher Bereich zu welcher Zone wird. Notiere zu jeder Zone in Stichworten, was dort wachsen oder passieren soll.

ZoneWas passiert hier
Zone 0 (Haus)
Zone 1 (täglich)
Zone 2 (seltener)
Zone 3+ (Streuobst, Wildnis)

Du kannst deine Zonen auch direkt in unserem Planungstool eintragen und visualisieren.

Mikroklima gestalten. Warme, geschützte oder feuchte Ecken muss man nicht nur finden, man kann sie auch selbst schaffen. Eine Kräuterspirale bringt auf engem Raum mehrere Standorte von trocken bis feucht zusammen. Eine Trockenmauer aus Natursteinen speichert Wärme und gibt sie abends wieder ab. Ein Teich reflektiert Licht und hält Wärme in seiner Umgebung. Eine Hecke bremst Wind, und ein Hügelbeet schafft durch seine Form unterschiedliche Kleinklimate auf engem Raum.

Checkliste Prinzipien

04

Pflanzenplanung

Waldgarten-Schichten. Ein Waldgarten ahmt den Aufbau eines natürlichen Walds nach und nutzt dadurch den Raum in die Höhe mehrfach:

  1. Große Bäume (Obstbäume, Nussbäume)
  2. Kleinbäume (Obstbäume auf schwachwüchsiger Unterlage, Wildobst wie Kornelkirsche)
  3. Sträucher (Beerensträucher, Haselnuss)
  4. Stauden und Kräuter (mehrjähriges Gemüse, Heilkräuter)
  5. Bodendecker (Erdbeeren, Kriechpflanzen)
  6. Wurzelschicht (Wurzelgemüse)
  7. Kletterpflanzen (Kiwi, Wein, Bohnen an Gerüsten)

Schon ein kleiner Garten oder ein Kübel auf dem Balkon kann mehrere dieser Schichten kombinieren.

Mischkultur. Manche Pflanzen unterstützen sich gegenseitig, andere behindern sich. Klassische gute Nachbarn sind zum Beispiel Karotten und Zwiebeln, oder Bohnen und Mais. Bevor du eine Fläche bepflanzt, lohnt sich ein kurzer Blick in eine Mischkulturtabelle.

Pflanzengilden. Eine Gilde ist eine Pflanzengemeinschaft rund um einen zentralen Baum. Jede Pflanze übernimmt darin eine Aufgabe. Ein Beispiel, die Apfelbaum-Gilde: Beinwell holt Nährstoffe aus der Tiefe und liefert Mulch. Kapuzinerkresse bedeckt den Boden und lockt Blattläuse vom Baum weg. Schnittlauch oder Knoblauch halten Schädlinge fern. Dazu kommen Stickstofffixierer: Pflanzen, die mithilfe von Bakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft binden und den Boden damit anreichern. Heimische Beispiele sind Besenginster, Klee oder Lupinen. Ölweide oder Erbsenstrauch sind nicht heimische Alternativen, dabei sollte allerdings die Schmalblättrige Ölweide nicht verwendet werden, weil sie sich stark ausbreiten kann. Bei Bedarf eignet sich stattdessen die Vielblütige Ölweide (Elaeagnus multiflora). Ringelblume rundet die Gilde ab und lockt Nützlinge an.

Endgröße und Abstände. Prüf vor dem Pflanzen die ausgewachsene Größe von Bäumen und Sträuchern, nicht die Größe, in der sie im Topf verkauft werden. In Baden-Württemberg schreibt das Nachbarrechtsgesetz Grenzabstände für Gehölze vor, die von der Wuchshöhe abhängen. Schau die aktuell gültigen Werte nach oder frag bei deiner Gemeinde nach, bevor du größere Gehölze in Grenznähe pflanzt.

Tiere im Garten. Blühstreifen, ungemähte Ecken und heimische Wildstauden bringen Wildbienen, Schwebfliegen und Vögel in den Garten, die dir wiederum Schädlinge in Schach halten. Die meisten Wildbienen nisten allerdings im Boden, offene, sandige und sonnige Bodenstellen helfen ihnen oft mehr als ein Insektenhotel. Dazu kommen Totholz- und Laubhaufen als Unterschlupf für Igel, Nistkästen für Vögel und ein kleiner Teich oder eine Vogeltränke als Wasserstelle. Auf größeren Flächen können Hühner oder Enten Teil des Systems werden, sie fressen Schädlinge und liefern gleichzeitig Dünger.

Anleitungen dazu: Insektenhotel bauen und Enten gegen Schnecken.

Heimische Arten bevorzugen. Bei Hecken, Wildstauden und Blühflächen lohnt sich konsequent heimische Pflanzenwahl: Sie sind ans Klima angepasst, und viele spezialisierte Insekten sind genau auf diese Arten angewiesen. Bei Obst, Gemüse und anderen Nutzpflanzen dürfen es dagegen auch bewährte, robuste Sorten sein, selbst wenn sie nicht heimisch sind.

Meine Pflanzenliste

SchichtPflanzeStandort/Menge
Baum
Kleinbaum
Strauch
Staude
Bodendecker
Wurzel
Kletterpflanze

Mehr dazu: Permakultur-Grundlagen, Waldgärten, Wildbienen und unsere Buchempfehlungen.

Passende Pflanzen für deine Zonen findest du auch mit dem Pflanzenfinder in unserem Planungstool.

Checkliste Pflanzenplanung

05

Boden- und Wassermanagement

Guter Boden und kluger Umgang mit Wasser sind die Basis, auf der alles andere im Garten steht.

Kompost anlegen. Ein offener Komposthaufen aus Grün- und Braunmaterial verwandelt Küchen- und Gartenabfälle in wertvolle Erde. Wichtig ist die Mischung, etwa zwei Teile braunes (trockenes Laub, Stroh, Karton) auf ein Teil grünes Material (Rasenschnitt, Gemüsereste). Nach sechs bis zwölf Monaten und regelmäßigem Umsetzen hast du fertigen Kompost.

Mulchen. Eine Schicht aus Stroh, Rasenschnitt oder Häcksel auf dem Beet hält Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Beikräuter und liefert beim Verrotten Nährstoffe nach. Rasenschnitt solltest du nur dünn oder leicht angetrocknet aufbringen, frisch und dick aufgeschichtet fault er und zieht Schnecken an. Gerade in trockenen Sommern macht Mulch einen großen Unterschied.

Regenwasser sammeln. Schon eine einfache Regentonne an der Dachrinne reduziert den Wasserverbrauch deutlich. Bei größeren Flächen lohnt sich eine Zisterne oder eine flache Versickerungsmulde (in der Permakultur Swale genannt), die Regenwasser im Garten hält, statt es abfließen zu lassen.

Boden schonen. Wo möglich, Boden nicht umgraben, sondern nur lockern, das schont die Bodenlebewesen, die die eigentliche Arbeit übernehmen.

Auf Hitze und Trockenheit vorbereiten. Die Sommer werden trockener. Setz auf trockenheitsverträgliche Arten, beschatte Beete teilweise durch Gehölze, mulche dauerhaft und gieße lieber selten und dafür durchdringend statt oft und wenig, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen.

ThemaMeine Lösung
Kompost-Standort
Mulch-Quelle
Regenwasser sammeln
Schutz vor Trockenheit

Anleitungen zum Nachlesen: Kompost anlegen und Regenwasser sammeln, mehr davon auf Kompost und Wasser.

Checkliste Boden und Wasser

06

Umsetzungsplan

Jetzt geht's ans Umsetzen. Am besten in Wellen statt alles auf einmal, ein Garten darf wachsen.

PhaseWas passiertAufwandWirkungMeine Notizen / Termin
SofortKompost anlegen, erste Mulchschicht, Regentonne aufstellenniedrighoch
BaldZone 1 anlegen (Kräuter, Kräuterspirale, oft genutztes Gemüse nah am Haus)mittelhoch
Diese SaisonErste Gehölze pflanzen, am besten im Herbst, erste Gilde um einen Baum anlegen, Blühstreifen säenmittelmittel
Nächste SaisonZone 2 ausbauen, Unterschlupf für Tiere schaffen, Mikroklima gezielt verbessernmittelmittel
LangfristigWaldgarten-Schichten ergänzen, wilde Ecken sich entwickeln lassenniedrighoch, aber erst nach Jahren

Fang mit dem an, was wenig Aufwand macht und viel bewirkt, das gibt dir schnell sichtbare Erfolge und hält die Motivation hoch.

Manches wirkt sofort, anderes wie Bäume und wilde Ecken erst nach Jahren. Beides gehört dazu.

Checkliste Umsetzung

07

Pflege und Weiterentwicklung

Ein gut geplanter Permakultur-Garten macht mit der Zeit weniger Arbeit, nicht mehr, wenn du lernst, ihn zu lesen, statt ständig einzugreifen.

Frühjahr. Kompost verteilen, Beete mulchen, Aussaat und Pflanzung von Gemüse und Stauden, Nistkästen und Insektenhotels kontrollieren.

Sommer. Gießen nach Bedarf statt nach Plan, ernten, beobachten was gut wächst und was nicht. Bei Schädlingen hilft oft Enten gegen Schnecken und mehr auf Pflanzenschutz ohne Gift.

Herbst. Laub als Mulch oder für den Kompost sammeln, verblühte Stauden nicht zurückschneiden, in den hohlen Stängeln überwintern Insekten, letzte Ernte einbringen. Jetzt ist außerdem die beste Pflanzzeit für Bäume und Sträucher, wurzelnackte Ware gibt es von Oktober bis März.

Winter. Planungszeit, Pflanzenkataloge wälzen, Rückschnitt an Gehölzen wo nötig, aber generell gilt: so wenig eingreifen wie möglich. Achtung bei Hecken und Gebüschen: Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet starke Rückschnitte und das Auf-den-Stock-Setzen vom 1. März bis 30. September, schonende Form- und Pflegeschnitte sind weiterhin erlaubt.

Ernten, Vermehren, Teilen. Gewinne Samen von samenfesten Sorten selbst, teile ausladende Stauden, zieh Stecklinge von Beerensträuchern und mach deine Ernte haltbar, zum Beispiel durch Trocknen, Einkochen oder Fermentieren. Und was du selbst nicht brauchst, gibst du weiter, ganz im Sinne des gerechten Teilens aus Kapitel 3.

Jährlicher Rückblick. Einmal im Jahr lohnt sich ein kurzer Check: Was hat sich bewährt, was nicht? Wo hat sich mehr Wildleben eingestellt? Welche Zone braucht als Nächstes Aufmerksamkeit? Manchmal ist die beste Entscheidung, eine Fläche einfach in Ruhe zu lassen.

Meine Aufgaben im Jahresverlauf

JahreszeitMeine Aufgaben
Frühjahr
Sommer
Herbst
Winter

Checkliste Pflege

08

Weiterführende Ressourcen

Wenn du bei einem Thema tiefer einsteigen willst, hat PermaWaldGarten passende Anleitungen und Angebote:

Checkliste Ressourcen

Du hast jetzt einen kompletten Fahrplan von der Standortanalyse bis zur laufenden Pflege. Nimm dir das Tempo, das zu dir passt, ein Garten ist nie fertig, und das ist auch gut so.

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