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Stadt der Zukunft: essbare Parks, offene Gärten und entsiegelte Flächen

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Stadt der Zukunft: essbare Parks, offene Gärten und entsiegelte Flächen

Die meisten Städte sind so gebaut, dass Natur draußen bleibt: Asphalt, Zierrasen, ein paar Alibi-Blumenkübel. Es gibt aber schon Orte, die zeigen, dass es auch anders geht, wo öffentliche Flächen Obst tragen, Nachbarn gemeinsam gärtnern und Häuser sich selbst versorgen. Diese Seite zeigt, aus welchen Bausteinen sich eine andere Art von Stadt zusammensetzen lässt — als Vision und Inspiration. Wie wir das konkret für eure Fläche umsetzen, steht auf unseren Seiten für Kommunen und für Unternehmen.

Kurz erklärt

Bausteine einer essbaren, begrünten Stadt — von essbaren Stadtparks über Gemeinschaftsgärten bis zu Entsiegelung und Earthships — als Vision und Inspiration, nicht als fertiges Konzept.

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Ein Dorf, das zur essbaren Gemeinde wurde

Ein reales Vorbild dafür ist der Alchemistenpark in Kirchberg am Wagram in Niederösterreich. Seit 2007 wachsen dort auf einer permakulturell gestalteten Fläche rund 150 verschiedene Obst-, Nuss-, Gemüse- und Gewürzarten, darunter auch seltene Sorten wie Blaue Bohnenstrauch, Pawpaw oder rotfleischige Pfirsiche, eine bewusst als essbare Landschaft angelegte öffentliche Fläche. Die Gemeinde selbst pflegt den Park zusammen mit den Menschen, die ihn nutzen. Kirchberg hat es dabei nicht bei einem einzelnen Park belassen: essbare Pflanzungen wurden auch rund um Spielplätze, Kindergärten, Schulen und ein neues Wohngebiet ergänzt, die Gemeinde nennt sich inzwischen selbst die erste essbare Gemeinde Niederösterreichs.

Quelle: naturimgarten.at, Alchemistenpark Kirchberg am Wagram

Das Team baut Hochbeete im Innenhof der Mörikeschule mitten im Wohngebiet auf

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

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Was ein essbarer Stadtpark bei uns bedeuten könnte

Das Prinzip lässt sich eins zu eins übertragen: statt Zierkirschen ohne Frucht essbare Wildobstsorten pflanzen, statt reinem Zierrasen Streifen mit Beerensträuchern oder Kräutern anlegen, die Ernte ausdrücklich für alle freigeben statt sie zu verbieten. Kombiniert mit Infotafeln oder einer Kooperation mit einer nahen Schule wird aus einer Grünfläche gleichzeitig ein Lernort, ähnlich wie bei unserem Projekt an der Mörikeschule.

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Gemeinschaftsgärten und lokale Vernetzung

Ein essbarer Park lebt davon, dass sich Menschen darum kümmern, nicht nur eine Gemeindeverwaltung. Gemeinschaftsgärten schaffen genau diese Verbindung: Nachbarn bauen gemeinsam Gemüse an, tauschen Saatgut und Wissen, und aus einer anonymen Straße wird eine Nachbarschaft, die sich kennt. Für uns ist das kein Nebenaspekt, sondern derselbe Vernetzungsgedanke, den wir bei Hecken und Biotopverbund auf ökologischer Ebene verfolgen, nur zwischen Menschen statt zwischen Lebensräumen.

Entsiegelte, gemulchte Fläche mit neu gepflanztem Heckenstreifen statt versiegeltem Untergrund

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

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Entsiegelung: Platz für die Stadt von morgen

Rund 6,6 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands sind versiegelt, in Siedlungs- und Verkehrsflächen sind es sogar 45 Prozent. Zwischen 1992 und 2023 ist die versiegelte Fläche um weitere 5.594 Quadratkilometer gewachsen, wenn auch mit deutlich abnehmendem Tempo: von rund 200 Quadratkilometern neu versiegelter Fläche pro Jahr in den 1990ern auf heute rund 60 Quadratkilometer pro Jahr. Jede versiegelte Fläche verliert ihre Wasserdurchlässigkeit, heizt sich stärker auf und trägt zu Hochwasserrisiken bei, weil Regenwasser nicht mehr versickern kann. Entsiegelung ist aufwendig und teuer, aber jeder zusätzliche Parkplatz, der zu einer versickerungsfähigen Fläche wird, wirkt sich direkt auf Kleinklima und Wasserhaushalt der ganzen Umgebung aus.

Quelle: Umweltbundesamt, Bodenversiegelung, Stand März 2026

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Earthships: wenn das Haus selbst zum System wird

Noch einen Schritt weiter gehen Earthships, ein vor rund 40 Jahren vom US-Amerikaner Michael Reynolds entwickeltes Baukonzept. Die Gebäude versorgen sich weitgehend selbst: Photovoltaik liefert Strom, passive Solarwärme heizt, alte Autoreifen in den Wänden speichern die Wärme, und Frischluft wird durch Rohre im Erdwall vorgewärmt. Regenwasser wird gesammelt, gefiltert und mehrfach genutzt, erst zum Trinken, dann für Toilettenspülung und Bewässerung. Deutschlands erstes Earthship steht seit Mai 2016 in Schloss Tempelhof, mitten in Baden-Württemberg. Eine genossenschaftliche Gemeinschaft von rund 150 Menschen hat es in acht Monaten für etwa 300.000 Euro selbst gebaut, ein Beispiel, das zeigt, dass dieses Konzept nicht nur in der Wüste New Mexicos funktioniert, sondern auch direkt vor unserer Haustür.

Quelle: utopia.de, Deutschlands erstes Earthship

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Wie diese Bausteine zusammen eine Stadt der Zukunft ergeben

Essbare öffentliche Flächen, Gemeinschaftsgärten, entsiegelte Böden und Gebäude, die sich selbst versorgen: keiner dieser Bausteine löst allein das Problem, dass Stadt und Natur bisher meist als Gegensatz gedacht werden. Zusammen zeigen sie aber, dass es kein Entweder-oder sein muss. Eine Stadt kann gleichzeitig verdichtet und produktiv, versiegelt und wasserdurchlässig, gebaut und lebendig sein.

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