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Pflanzenschutz ohne Gift: braucht Permakultur überhaupt Pestizide?

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Pflanzenschutz ohne Gift: braucht Permakultur überhaupt Pestizide?

Kurz und ehrlich beantwortet: nein, in den allermeisten Fällen nicht. Das ist keine romantische Behauptung, sondern das Ergebnis einer anderen Denkweise, die fragt, warum ein Problem überhaupt entsteht, statt nur das Symptom wegzuspritzen.

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Die Natur kennt keine Schädlinge

Aus Sicht der Natur ist jede Art ein wichtiger Teil des Ganzen. Ein Blattlausbefall ist kein Betriebsunfall, sondern Nahrung für Marienkäfer, Florfliegen und Vogeljunge. Das Wort Schädling beschreibt also nicht, was eine Art tatsächlich ist, sondern nur, dass sie gerade an einem für uns ungünstigen Ort in ungünstiger Zahl auftritt. Die permakulturelle Denkweise fragt deshalb zuerst, warum das System aus dem Gleichgewicht geraten ist, und behandelt das, statt dauerhaft gegen die Symptome anzukämpfen.

Quelle: permakultur.de, Die Natur kennt keine Schädlinge

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Warum Pestizide das Problem oft verschärfen

Rund 30.000 Tonnen Pestizide werden jedes Jahr allein in Deutschland ausgebracht. Das Problem dabei: die meisten Mittel unterscheiden nicht zwischen der einen Art, die gerade stört, und den Nützlingen, die genau diese Art sonst in Schach halten würden. Wird eine Fläche gespritzt, verschwinden oft beide gemeinsam, die vermeintlichen Schädlinge und ihre natürlichen Gegenspieler. Kommt der Schädling zurück, fehlt der natürliche Gegenspieler dann aber, und es wird erneut gespritzt, ein Kreislauf, der sich selbst am Laufen hält.

Quelle: Deutschland summt!, Gefährdung und Schutz

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Was stattdessen wirkt

Sieben Ansätze, die zusammen den Bedarf an Pflanzenschutzmitteln fast vollständig ersetzen.

  • Nützlinge gezielt fördern: Unterschlupf für Marienkäfer, Florfliegen, Igel und Vögel schaffen, dann erledigen sie einen Großteil der Arbeit von selbst
  • Mischkultur statt Monokultur: unterschiedliche Pflanzen nebeneinander erschweren es einem spezialisierten Schädling, sich explosionsartig zu vermehren
  • Standortgerechte Sorten wählen: eine Pflanze, die zum Standort passt, ist von Natur aus widerstandsfähiger
  • Fruchtfolge einhalten: wer jedes Jahr an derselben Stelle dasselbe anbaut, züchtet sich die passenden Schädlinge quasi selbst heran
  • Pflanzzeitpunkt anpassen: manche empfindlichen Phasen lassen sich einfach umgehen, indem früher oder später gesät wird
  • Bodengesundheit als Basis: eine Pflanze in lebendigem, nährstoffreichem Boden ist deutlich widerstandsfähiger als eine auf ausgelaugter Fläche
  • Saatgutvielfalt erhalten: samenfeste, alte Sorten haben sich über Generationen an lokale Bedingungen angepasst und bringen oft mehr natürliche Widerstandskraft mit

Quelle: permakultur.de, Die Natur kennt keine Schädlinge

Hecke als Rückzugsort für Nützlinge am Rand einer Fläche in Zizishausen

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

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Wie wir das auf unseren Flächen umsetzen

Auf unseren Projektflächen ist Pflanzenschutz kein separater Arbeitsschritt, sondern das Ergebnis der gesamten Planung: Hecken und Blühstreifen sichern den Nützlingen ein Zuhause, Mischkulturen und mehrschichtige Systeme wie Waldgärten verhindern von vornherein, dass sich ein einzelnes Problem großflächig ausbreiten kann, und gesunder, humusreicher Boden macht Pflanzen von Grund auf robuster. Das braucht mehr Planung und Geduld als eine Spritzung, zahlt sich aber langfristig aus, für die Fläche und für alles, was dort sonst noch lebt.

Willst du deine Fläche in diese Richtung entwickeln?