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Wildbienen: die stillen Arbeiterinnen hinter jeder Ernte
Wenn von Bienen die Rede ist, denken die meisten an Honigbienen im Bienenstock. Dabei leisten über 560 Wildbienenarten in Deutschland den größeren Teil der Bestäubungsarbeit, meist unbemerkt, oft nur wenige Millimeter groß, und viele von ihnen stehen kurz vor dem Verschwinden.
560+
Wildbienenarten in Deutschland — sie leisten den größeren Teil der Bestäubungsarbeit
> 50 %
der heimischen Wildbienenarten gilt als bestandsgefährdet, 40 Arten sind bereits ausgestorben
75 %
der Wildbienen nisten im Boden statt in Insektenhotels

Foto: bluebee / Pexels
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Wie es um die Wildbienen steht
Mehr als die Hälfte der heimischen Wildbienenarten gilt als bestandsgefährdet, 40 Arten sind in Deutschland bereits ausgestorben. Nur jede dritte Art hat einen stabilen Bestand, gerade einmal zehn Arten nehmen sogar zu. Die Hauptursachen sind bekannt: industrialisierte Landwirtschaft mit Monokulturen, rund 30.000 Tonnen Pestizide, die jährlich in Deutschland ausgebracht werden, Flächenversiegelung, Lichtverschmutzung und der Klimawandel. Ein Detail wird dabei oft übersehen: 75 Prozent unserer Wildbienen nisten im Boden, nicht in Insektenhotels. Ein aufgeräumter Garten oder ein Firmengelände mit lückenlosem Rasen bietet ihnen schlicht keinen Platz zum Nisten, egal wie viele Blüten daneben stehen.
Quelle: Deutschland summt!, Gefährdung und Schutz
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Warum Bestäubung unseren Wohlstand direkt trägt
Bestäubung ist keine abstrakte Ökosystemleistung, sie hat einen klaren wirtschaftlichen Wert. Zwischen 2006 und 2016 gingen rund 3,9 Milliarden Euro des Produktionswertes deutscher Nahrungspflanzen auf Insektenbestäubung zurück, das entspricht etwa 1,6 Milliarden Euro pro Jahr. Weltweit wird der Wert bestäubungsabhängiger Ernten auf 235 bis 577 Milliarden US-Dollar geschätzt. Am stärksten betroffen wäre der Obstanbau: bei einem vollständigen Ausfall der Bestäuber gingen dort schätzungsweise 65 Prozent des Produktionswertes verloren. Genau das ist der Grund, warum Wildbienen für uns kein Nebenthema sind, sondern direkt mit unserer Arbeit auf Streuobstwiesen und in Agroforstsystemen zusammenhängen: ohne Bestäuber keine Ernte, egal wie gut der Boden oder die Pflanzung ist.
Quelle: Lippert et al. 2021; Oré Barrios et al. 2017; IPBES 2016, zitiert nach Naturkapital Deutschland
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Was Wildbienen wirklich brauchen
Ein einzelnes Insektenhotel reicht nicht. Wildbienen brauchen ein durchgängiges Angebot über die ganze Saison und mehrere Dinge gleichzeitig. Streuobstwiesen und Hecken erfüllen viele dieser Bedingungen von Natur aus, strukturreich, mehrschichtig, mit offenen und bewachsenen Bereichen nebeneinander. Das ist einer der Gründe, warum wir bei unseren Projekten konsequent auf solche Strukturen setzen.
- Offene, unbewachsene Bodenstellen zum Nisten, für die bodennistende Mehrheit der Arten
- Heimische Wildpflanzen statt gefüllter Zierblüten, da viele Arten auf bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert sind
- Blühangebot von März bis Oktober, nicht nur eine Sommerwiese
- Alte, unbewirtschaftete Stängel und Totholz als Nist- und Überwinterungsort
- Später Schnitt von Wiesen und Säumen, nach der Hauptblüte statt im Juni
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Wie PermaWaldGarten Bestäuber fördert
Auf unseren Projektflächen legen wir gezielt Blühstreifen und Wildpflanzensäume an, lassen Randbereiche bewusst unordentlich, und pflanzen Streuobst und Hecken so, dass über die ganze Saison etwas blüht. Das ist keine zusätzliche Maßnahme obendrauf, sondern Teil der permakulturellen Planung von Anfang an.
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