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Projektfläche Königsbach-Stein

seit Januar 2026

Königsbach-Stein

Der Kontakt zu dieser Fläche kam über unsere Website zustande. Der Besitzer meldete sich direkt bei uns, mit einer Fläche, die viele Jahre intensiv als Obstplantage genutzt wurde. Die meisten der alten Bäume waren inzwischen gerodet, und auf einem Teil der Fläche hatte der Besitzer bereits neue Apfelbäume gepflanzt, allerdings im klassischen Monokultur-Stil.

Genau hier setzen wir an. Unser Ziel ist es, diese Fläche Schritt für Schritt nach Permakultur-Prinzipien umzugestalten, ohne die bestehende Apfelpflanzung infrage zu stellen, sondern sie um genau das zu ergänzen, was einer Monokultur fehlt: Struktur, Vielfalt und Lebensraum.

Eine Monokultur ist ökologisch gesehen ein leerer Raum — viele Bäume derselben Sorte im selben Alter bieten wenig Nahrung, wenig Deckung und wenig Vielfalt für Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Wir bringen deshalb gezielt Struktur in die Fläche: Totholzbereiche, Steinhaufen, Nisthilfen und Sitzstangen schaffen Lebensraum, der in einer reinen Apfelplantage komplett fehlt. Sitzstangen etwa geben Greifvögeln und anderen Ansitzjägern die Möglichkeit, die Fläche als Jagdrevier zu nutzen, was ganz nebenbei auch die Wühlmauspopulation im Zaum hält.

Zusätzlich ergänzen wir die Fläche mit heimischen Bäumen und Sträuchern und arbeiten mit Unterpflanzung, ähnlich wie in einem Agroforstsystem, wo mehrere Pflanzenschichten dieselbe Fläche gemeinsam nutzen statt sie sich gegenseitig streitig zu machen.

Strukturvielfalt in die Monokultur bringen

Heimische Arten integrieren

Grundlage für den PermaWaldGarten Apfelsaft schaffen

Die jungen, geschnittenen Apfelreihen der bestehenden Monokultur im winterlichen Gegenlicht
Reihen der Apfelplantage mit den Hofgebäuden im Hintergrund
Frisch gesetzte heimische Gehölze entlang der neuen Heckenreihe, mit Anhänger und Pfahlmaterial
Begehung der Fläche mit dem Flächenbesitzer zur Abstimmung der weiteren Schritte

Ausgangslage

205 Apfelbäume + 1 Aprikose, im Juli 2025 vom Besitzer gepflanzt

Sortenverteilung

199 von 205 Apfelbäumen sind die Sorte Weirouge (rotfleischig)

Weitere Apfelsorten

Sissi, Red Topaz, Resi (wenige Bäume)

Neupflanzung

100 heimische Gehölze und Sträucher, bestellt März 2026

Herausforderung

Hoher Wühlmausdruck und Trockenheit im ersten Jahr

Projektchronologie

  1. Juli 2025

    Der Besitzer bestellt und pflanzt 205 Apfelbäume sowie einen Aprikosenbaum, überwiegend die rotfleischige Sorte Weirouge. Zu diesem Zeitpunkt ist PermaWaldGarten noch nicht an der Fläche beteiligt.

  2. Januar 2026

    Start des PermaWaldGarten-Projekts in Königsbach-Stein. Die Fläche wird gepachtet.

  3. 23. März 2026 (Bestellung) / 30. März 2026 (Lieferung)

    Bestellung und Lieferung von 100 heimischen Gehölzen und Sträuchern für die ökologische Aufwertung der Fläche.

Unsere Maßnahmen

Die Vision: PermaWaldGarten Apfelsaft

Aus den Äpfeln dieser Fläche soll perspektivisch der PermaWaldGarten Apfelsaft entstehen. Die vorherrschende Sorte Weirouge bringt dafür durch ihr rotes, anthocyanreiches Fruchtfleisch von Haus aus gute Voraussetzungen mit, sie ergibt einen natürlich rötlich gefärbten, naturtrüben Saft. Den Apfelsaft gibt es bereits, vertrieben unter dem Namen Pink Rain durch unseren Partner. Die Bäume in Königsbach-Stein sind allerdings noch jung und tragen auf der eigenen Fläche noch keine Früchte — Königsbach-Stein wird damit zur künftigen Rohstoffquelle für Pink Rain, sobald die Weirouge-Bäume die ersten Ernten liefern.

Altbestand

  • 205× Apfel (199× Weirouge, dazu Sissi, Red Topaz, Resi)
  • 1× Aprikose
  • — vom Besitzer im Juli 2025 gepflanzt, vor Beginn des PermaWaldGarten-Projekts

Neupflanzung

  • Weiden: Silber-Weide, Salweide, Bachweide, Korbweide
  • Wildrosen: Hundsrose, Dünenrose, Weinrose
  • Fruchttragende Sträucher: Kornelkirsche, Schwarzer Holunder, Traubenholunder, Schlehe, 2× Weißdorn
  • Struktur & Deckung: Felsenbirne, Roter Hartriegel, Haselnuss, Ölweide, Liguster, Zitterpappel
  • Selten gewordene Baumarten: Speierling, Elsbeere
  • 3× Hopfen

Herausforderungen auf der Fläche

Das erste Jahr auf der Fläche war vor allem von zwei Dingen geprägt: der Trockenheit und einem hohen Wühlmausdruck. Beides sind typische Herausforderungen für junge Pflanzungen — gerade frisch gesetzte Wurzelware braucht in trockenen Phasen zusätzliche Aufmerksamkeit, und Wühlmäuse können jungen Bäumen und Sträuchern erheblich zusetzen. Genau hier zeigt sich, warum Strukturen wie Sitzstangen für Greifvögel auf dieser Fläche einen doppelten Nutzen haben: Sie schaffen nicht nur Lebensraum, sie helfen auch ganz direkt gegen den Wühlmausdruck.

Die Zukunft der Fläche

Königsbach-Stein zeigt einen Ansatz, den wir auch auf anderen Flächen verfolgen: Wir stellen uns nicht gegen bestehende Nutzung, sondern ergänzen sie so, dass am Ende mehr Leben auf der Fläche entsteht, ohne dass die wirtschaftliche Perspektive verloren geht. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie sich die neu gepflanzten Gehölze entwickeln, wie sich Insekten, Vögel und Kleinsäuger die neuen Strukturen erschließen und wie aus einer reinen Apfelplantage nach und nach ein vielfältigerer, lebendigerer Ort wird. So verbindet sich auf dieser Fläche, was schon da war, mit dem, was wir ergänzen: eine bestehende Apfelpflanzung, die wirtschaftlich genutzt werden kann, und ein naturnahes Umfeld, das diese Nutzung ökologisch trägt statt ihr entgegenzustehen.