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Über uns

Im Gespräch mit Andreas

Andreas Ebner ist Gründer von PermaWaldGarten und Permakultur-Experte. Im Gespräch erzählt er, wie er zur Permakultur kam, warum daraus mehr als ein privates Hobby wurde, und wovon er für PermaWaldGarten träumt.

Andreas Ebner, Gründer von PermaWaldGarten, im Gespräch auf einer Projektfläche

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Wie bist du überhaupt zur Permakultur gekommen?

Eine gute Freundin von mir hat damals die einjährige Permakultur-Ausbildung gemacht. Gemeinsam haben wir nach Flächen gesucht, und ich durfte schon viel von ihr lernen. Ganz klein, auf einer Wiese, haben wir unsere ersten Versuche gestartet. Dazu kam eine glückliche Fügung: Ein guter Freund hat mir das Permakultur-Buch von David Holmgren mitgegeben, als ich mit meinem selbst ausgebauten Camper auf Reisen gegangen bin. Vieles hat für mich auf einmal mehr Sinn ergeben, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie. Während der Reise ist der Wunsch immer weiter gewachsen, wieder eine eigene Fläche zu haben, auf der ich ausprobieren kann. Ich wollte nicht nur Theorie, ich wollte die Praxis erleben.

Andreas Ebner kurz nach seiner Rückkehr von Teneriffa

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Was hat dich dazu gebracht, daraus PermaWaldGarten zu machen, statt es einfach als privates Hobby zu behalten?

Wie es das Schicksal so wollte, war ich mit dem Van auf Besuch in Deutschland bei meinen Eltern. Ein Freund kam auf mich zu und meinte: Hey, ich habe mitbekommen, du interessierst dich für Permakultur. Ich habe ein Haus in Frankreich gekauft, 7.500 Quadratmeter Fläche, das soll Permakultur-Selbstversorgung werden. Hast du Lust? So kam es, dass ich knapp ein Jahr in Frankreich gelebt und ein Projekt von Beginn an mit aufgebaut habe. Natürlich nicht ganz nach Permakultur-Lehrbuch, denn statt erst zu beobachten habe ich vor lauter Tatendrang einfach losgelegt. Das war eine sehr spannende Zeit. Danach ging es für mich nach Teneriffa, weil ich ein Projekt sehen wollte, das schon weiter ist. So bin ich auf eine Finca im Orotava-Tal gestoßen, 13.000 Quadratmeter, seit zehn Jahren nach Permakultur bewirtschaftet. Dort wurde ich vor die Entscheidung gestellt, ganz in dieses Projekt einzusteigen. Aber mir wurde bewusst, dass ich meine Freunde und meine Eltern dann höchstens ein bis zwei Mal im Jahr sehen würde. So kam die Idee zu PermaWaldGarten in einer lauen Vollmondnacht mit Blick aufs Meer: Ich werde das in Deutschland umsetzen.

Nahaufnahme des PermaWaldGarten-Schriftzugs auf einem T-Shirt

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Wenn du jemandem in einem Satz erklären müsstest, was Permakultur für dich bedeutet, ganz ohne Fachjargon, wie würdest du das sagen?

Permakultur ist für mich eine Lebensphilosophie, die es uns auch in der modernen Gesellschaft erlaubt, im Einklang mit der Natur zu leben.

Andreas Ebner hält einen Vortrag über Permakultur, im Hintergrund eine Folie zu Earth Care und People Care

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Wie sieht dein Alltag bei PermaWaldGarten heute aus, was macht dir am meisten Spaß daran?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich besuche regelmäßig unsere Flächen und beobachte, was unser Handeln bewirkt. Die letzten Wochen ist viel Zeit in unsere neue Website geflossen, wir arbeiten an unserem Planungstool, und ich mache immer wieder Beratungen, von kleinen Flächen wie einem Balkon bis zu Garten, Streuobstwiese und Pferdehof ist alles dabei. Am meisten Spaß macht es mir, wenn ich draußen bin und pflanzen kann. Aber eigentlich ist es die Abwechslung, die das Ganze so spannend macht.

Andreas Ebner beim Sensen im hohen Gras auf der Projektfläche in Oberensingen

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Gibt es einen Moment aus der Arbeit auf den Flächen, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist, etwas, das du nie vergessen wirst?

Im Juni wollte ich zum Sensen auf unsere Fläche nach Oberensingen. Als ich die Fläche abgelaufen bin, ist ein Reh mit Kitz aus dem hohen Gras gesprungen. Ich habe dann einfach meine Sense wieder eingepackt und bin gegangen. Ich durfte mal wieder lernen: Oft ist weniger mehr, und je mehr wir eine Fläche in Ruhe lassen, desto besser ist es für die Natur.

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Gibt es etwas Persönliches, das du gerne mit den Lesern teilen würdest, aus deinem Leben abseits von PermaWaldGarten?

Ich werde bald Papa, und es wird sich alles in meinem Leben verändern. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und merke, wie meine Aufmerksamkeit mehr auf meiner Familie liegt. Trotzdem weiß ich, PermaWaldGarten ist ein Herzensprojekt und langfristig gedacht, ich bin selbst gespannt, wo das Ganze noch hingeht.

PermaWaldGarten-Logo auf einem T-Shirt, im Hintergrund eine weite Wiese

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Wo soll PermaWaldGarten in fünf oder zehn Jahren stehen, wovon träumst du?

Ich träume davon, wieder in der Natur zu leben, in einem unserer Projekte, so wie damals auf Teneriffa. Dort, wo wir Führungen und Workshops anbieten und mehr Menschen zeigen können, was eigentlich möglich ist und in was für einem Paradies wir leben könnten.

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Was würdest du jemandem raten, der bei sich zuhause anfangen will, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie, aber nicht weiß wo?

Mit kleinen Schritten anfangen, den Druck rausnehmen und Spaß daran haben. Natur beobachten und verstehen, in Kreisläufen denken, Kompost anlegen, Wasser sammeln, Freude am Experimentieren haben. Weniger Arbeit hilft meistens enorm, weniger Rasenmähen, weniger Ordnung ist ein absoluter Mehrwert für die Natur. Ein paar Pflanzen, die wenig bringen, durch heimische austauschen, und dann ist man eigentlich schon mittendrin.

PermaWaldGarten-Logo mit Vogel, Sonnenblume und Bäumen auf einem T-Shirt

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Woher kommt eigentlich der Name PermaWaldGarten?

Der Name setzt sich aus Permakultur und Waldgarten zusammen. Permakultur ist offensichtlich, und Waldgarten, weil es meine persönliche Lieblingsform ist, etwas anzulegen. Ich liebe den Wald, und mit einem Waldgarten habe ich quasi keine Arbeit mehr. Ich lege ihn einmal an, und danach ernte ich nur noch und genieße, in der Theorie zumindest.

Das PermaWaldGarten-Team bei einer Pflanzung am Galgenberg

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Wer steht eigentlich noch hinter PermaWaldGarten?

Samuel, mit dem ich gegründet habe, hat mich damals in Frankreich einen Monat lang unterstützt. Jeden Abend zum Sonnenuntergang sind wir nach getaner Arbeit über die Fläche spaziert, haben Ideen ausgetauscht, und da ist schon ein Teil der heutigen Vision entstanden. Wir haben davon geträumt, was wir machen würden, wenn das unsere Fläche wäre, und dass wir so leben möchten, naturverbunden. Nur durch ihn konnte das Ganze entstehen. Als ich ihn von Teneriffa aus angerufen habe, war er sofort Feuer und Flamme, und auch wenn ich in den letzten Jahren immer wieder alles aufgeben wollte, hat er mich motiviert und zentriert, weiterzumachen. Das restliche Team ist eine Ansammlung vieler Menschen, die uns unterstützen. Es kommen immer zur richtigen Zeit die richtigen Menschen, egal ob mit Spenden oder Mithilfe. Meine Freundin leistet eine riesige Unterstützung, Merle hat mit Tatkraft und ihrem Fachwissen einen großen Beitrag geleistet, Shashank kam als Landschaftsarchitekt genau zur richtigen Zeit, mein Bruder hat uns ein Auto zur Verfügung gestellt, unsere Familien und Freunde unterstützen uns. Ohne euch wäre das alles nicht möglich, unendlichen Dank an jeden Einzelnen fürs Tragen dieser Vision.

Willst du deine Fläche in diese Richtung entwickeln?