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Wasser: das wichtigste Element jedes lebendigen Systems

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Wasser: das wichtigste Element jedes lebendigen Systems

Kein Boden ohne Wasser, kein Pflanzenwachstum ohne Wasser, kein Leben ohne Wasser. In der Permakultur wird Wasser nicht als Ressource betrachtet, die man verbraucht, sondern als Element, das man im System hält, verlangsamt und kreislaufartig führt.

160.000 L

mehr Wasser speichert ein Hektar Boden pro 1 % zusätzlichem Humusgehalt

50 %

mehr Wasser nimmt begraster, gesunder Boden auf als verdichtete oder versiegelte Flächen

400–500 L

Wasser verdunstet ein ausgewachsener Laubbaum an einem heißen Sommertag

Aufspritzendes Wasser in Nahaufnahme

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

01

Den Wasserkreislauf verstehen

Die Permakultur greift an zwei Punkten in den Wasserkreislauf ein: Sie verlangsamt den Abfluss und fördert die Versickerung. Begraste Flächen mit gesundem Boden können bis zu 50 % mehr Wasser aufnehmen als verdichtete oder versiegelte Flächen. Ein Boden mit 1 % höherem Humusgehalt speichert bis zu 160.000 Liter Wasser pro Hektar mehr.

Quelle: BMBF Bodenforschung; Rettenmaier et al., Humusgehalt und Wasserhaushalt

Gartenteich mit blühenden gelben Schwertlilien und einer Ente

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

02

Wasser sammeln und halten

Das erste Prinzip lautet: Verlangsame es. Bewährte Methoden:

  • Swales — Gräben auf Höhenlinien fangen Regenwasser auf und lassen es versickern
  • Hügelbeete — Holzkerne unter Erde wirken wie ein Schwamm
  • Teiche und Biotope puffern Trockenperioden und erhöhen die Artenvielfalt
  • Zisternen und Regentonnen reduzieren den Trinkwasserverbrauch um 30–50 %
  • Mulch (5–10 cm) reduziert die Bodenverdunstung um bis zu 70 %
Gemulchte Fläche zur Wasserspeicherung im Boden in Zizishausen

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

03

Wasser und Boden: ein untrennbares System

Die Wasserhaltekapazität hängt direkt von Humusgehalt, Struktur und Bodenleben ab — regenwurmreiche Böden erreichen Porenvolumina von bis zu 40 % und nehmen Wasser wie ein Schwamm auf. Verdichtung durch schwere Maschinen oder intensive Beweidung zerstört diese Struktur und führt zu Erosion und Trockenstress.

Quelle: FAO, Soil organic carbon: the hidden potential, 2017

Lichtung in einem Laubwald mit dichtem Blätterdach

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

04

Pflanzen als Wassermanager

Ein ausgewachsener Laubbaum verdunstet an heißen Sommertagen 400 bis 500 Liter Wasser und kühlt damit seine Umgebung. Hecken reduzieren die Verdunstung im windgeschützten Bereich um bis zu 30 %, und mehrschichtige Pflanzensysteme reduzieren direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden.

Quelle: Max-Planck-Institut für Biogeochemie; Urban Forest Effects Database

IBC-Container zur Regenwassersammlung als Vorsorge gegen Trockenperioden in Zizishausen

Fotocredit: Andreas Ebner Fotografie

05

Wasser und Klimawandel

Der Klimawandel verstärkt Extreme: längere Trockenperioden wechseln mit intensiveren Starkregen. In Deutschland stiegen die Trockenperioden zwischen 2018 und 2023 auf historische Rekordwerte. Flächen mit Swales, Teichen, Mulch und vielfältiger Bepflanzung zeigen in der Praxis eine deutlich höhere Resilienz gegen beide Extreme.

Quelle: DWD Klimareport Deutschland 2023; PIK Potsdam

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