15. Oktober 2026 · Andreas Ebner
Saisonkalender Herbst: Welches Gemüse und Obst im Oktober und November Saison hat

Im Oktober und November ist die Auswahl an regionalem Gemüse so groß wie selten im Jahr. Kohl, Wurzelgemüse, Kürbis, Feldsalat, Äpfel, Birnen und Quitten kommen jetzt frisch vom Feld oder aus dem Lager. Dazu reifen draußen Wildfrüchte wie Schlehen, Hagebutten und Mispeln. Hier steht, was in welchem Monat Saison hat, warum sich das für Klima und Geldbeutel lohnt und wie du die Herbsternte über den Winter rettest.
Saisonales Gemüse im Oktober
Der Oktober ist ein Übergangsmonat. Die letzten Sommergemüse wie Zucchini, Bohnen und Freilandtomaten laufen aus, gleichzeitig startet die Hauptsaison der Herbst- und Wintergemüse. Laut Saisonübersicht der Verbraucherzentrale haben im Oktober unter anderem diese Sorten Saison:
- Kohl: Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Spitzkohl, Chinakohl, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi
- Wurzeln und Knollen: Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Schwarzwurzel, Steckrüben, Speiserüben, Wurzelpetersilie, Knollensellerie, Topinambur, Rettich, Radieschen
- Kürbis und Zwiebelgewächse: Kürbis, Porree, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln
- Blattgemüse und Salate: Feldsalat, Endivie, Radicchio, Rucola, Spinat, Mangold
- Ausklang des Sommers: Zucchini, Busch- und Stangenbohnen, Fenchel, Zuckermais
Beim Obst sind im Oktober Äpfel, Birnen, Quitten und Trauben aus Deutschland erhältlich.
Saisonales Gemüse im November
Im November verschwinden die Sommergemüse ganz. Übrig bleibt, was Kälte verträgt oder sich gut lagern lässt. Die Verbraucherzentrale nennt für November unter anderem Grünkohl, Rosenkohl, Rot- und Weißkohl, Wirsing, Pastinaken, Möhren, Rote Bete, Schwarzwurzel, Steckrüben, Topinambur, Porree, Feldsalat, Endivie, Radicchio, Spinat und Mangold.
Kartoffeln, Kürbis und Zwiebeln kommen ab jetzt überwiegend aus dem Lager. Dasselbe gilt für Äpfel und Birnen. Lagerware ist kein Kompromiss, sondern genau so gedacht: Viele Apfelsorten werden erst nach einigen Wochen Lagerung richtig aromatisch.
Ein Tipp für Grünkohl und Rosenkohl: Beide schmecken nach den ersten Frostnächten milder. Wer selbst anbaut, lässt sie deshalb ruhig bis in den Winter auf dem Beet stehen.
Wildfrüchte im Herbst: Was du draußen sammeln kannst
Neben Feld und Markt lohnt sich im Herbst ein Blick in Hecken und an Waldränder. Einige Wildfrüchte werden erst durch Frost genießbar, weil Kälte Gerb- und Bitterstoffe abbaut. Der NABU nennt dafür vor allem diese Arten:
- Schlehe: reift ab dem Spätsommer, ist ohne Frost wegen der vielen Gerbstoffe aber kaum genießbar. Nach den ersten Frostnächten eignet sie sich für Gelee oder Likör.
- Hagebutte: wird durch Frost mürber und aromatischer, gut für Mus, Tee oder Marmelade.
- Mispel: entwickelt ihren herb nussigen Geschmack frühestens im November oder Dezember.
- Vogelbeere (Eberesche): verliert durch Kälte Bitterstoffe und wird bekömmlicher. Nicht zu spät im Winter ernten, weil dann der Vitamin-C-Gehalt sinkt.
- Berberitze: wird durch Frost geschmacklich besser, eignet sich für Saucen und Marmelade.
Beim Sammeln gilt die sogenannte Handstraußregel aus dem Bundesnaturschutzgesetz: Wildfrüchte darfst du in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf pflücken, sofern das Gebiet nicht besonders geschützt ist. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln in der Regel verboten. Und in Jahren mit wenig Früchten gehört ein Großteil den Vögeln, die im Winter darauf angewiesen sind. Sammle nur, was du sicher bestimmen kannst.
Warum saisonal und regional einkaufen dem Klima hilft
Der größte Hebel liegt nicht beim Transport, sondern beim Anbau. Gemüse, das außerhalb seiner Saison in beheizten Gewächshäusern wächst, verursacht ein Vielfaches an Treibhausgasen.
Eine Studie des ifeu-Instituts im Auftrag der Marketinggesellschaft Baden-Württemberg hat das für Gemüse aus Baden-Württemberg durchgerechnet:
- Tomaten aus dem beheizten Gewächshaus verursachen rund 3 kg CO2-Äquivalente pro Kilogramm. Etwa 80 Prozent davon entfallen auf Heizung und Strom.
- Tomaten aus dem unbeheizten Folientunnel in der Saison liegen bei rund 0,7 kg, also mehr als viermal weniger.
- Freiland-Weißkohl aus der Region kommt auf etwa 0,42 kg CO2-Äquivalente pro Kilogramm.
- Bei Lagerkohl macht der Strom für die Kühlung nur 12 bis 17 Prozent der Gesamtbilanz aus.
Die Folgerung daraus ist klar: Im Herbst und Winter ist regionaler Kohl aus dem Lager eine deutlich bessere Wahl als frische Tomaten aus dem beheizten Gewächshaus. Saison schlägt Frische.
Dazu kommt ein regionaler Aspekt. Baden-Württemberg versorgt sich laut Landesregierung nur zu etwa 31 Prozent selbst mit Gemüse. Wer regional einkauft, stärkt also Betriebe, die es im Land ohnehin schwer haben.
Herbsternte haltbar machen: So kommst du durch den Winter
Wer im Herbst günstig und in größeren Mengen regional kauft oder selbst erntet, kann viel davon einlagern. Die wichtigsten Methoden:
- Kühl und dunkel lagern: Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Möhren, Rote Bete und Kohl halten im kühlen Keller oder einer frostfreien Garage oft wochenlang. Äpfel getrennt von Gemüse lagern, weil sie Ethylen abgeben und anderes Gemüse schneller reifen lassen.
- Einmieten: Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken und Rote Bete lassen sich in Kisten mit feuchtem Sand frisch halten.
- Fermentieren: Weißkohl wird zu Sauerkraut, Rote Bete und Möhren lassen sich milchsauer einlegen. Das konserviert ohne Strom.
- Einkochen und Saft: Äpfel, Birnen und Quitten eignen sich für Mus, Gelee und Saft.
- Im Beet lassen: Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat, Pastinaken und Topinambur können oft draußen bleiben und werden bei Bedarf geerntet.
Saisonal essen im Raum Stuttgart: Wo du regionale Ware findest
Rund um Stuttgart, Esslingen und Nürtingen gibt es viele Möglichkeiten, saisonal und regional einzukaufen: Wochenmärkte, Hofläden, Gemüsekisten von Höfen aus dem Umland und Solidarische Landwirtschaften. Gerade im Herbst bieten viele Streuobstwiesen-Besitzer und Mostereien Saft aus eigenen Äpfeln an. Streuobstwiesen prägen die Landschaft im Land und sind laut NABU Lebensraum für über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Typische Bewohner sind Steinkauz, Wendehals und Grünspecht.
Mehr zu den Hintergründen findest du auf unseren Themenseiten zu Regionale Nahrung, Streuobstwiesen und Wildkräuter als Nahrung. Wer selbst anbauen möchte, findet in unseren Praxistipps für den Hausgarten einen Einstieg. Und wenn du eine Fläche hast, auf der künftig mehr wachsen soll: Wir bieten eine kostenlose Erstberatung an.
Häufige Fragen zum saisonalen Einkauf im Herbst
Was ist im Oktober saisonal?
Im Oktober haben vor allem Kohlsorten, Wurzelgemüse, Kürbis, Feldsalat, Spinat und Mangold Saison. Beim Obst sind es Äpfel, Birnen, Quitten und Trauben.
Was ist im November saisonal?
Im November dominieren Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing, Rot- und Weißkohl, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Rote Bete, Steckrüben, Topinambur, Porree und Feldsalat. Kartoffeln, Kürbis, Zwiebeln, Äpfel und Birnen kommen zunehmend aus dem Lager.
Ist Lagerware noch saisonal?
Ja. Regionale Lagerware wie Äpfel, Kartoffeln oder Kohl hat eine deutlich bessere Klimabilanz als Gemüse aus beheizten Gewächshäusern, auch wenn die Kühlung etwas Energie braucht.
Welche Wildfrüchte kann man im Herbst sammeln?
Schlehen, Hagebutten, Mispeln, Vogelbeeren und Berberitzen. Viele davon schmecken erst nach dem ersten Frost gut.
Zusammenfassung
Im Oktober und November hat saisonales Gemüse aus der Region seine stärkste Zeit: Kohl, Wurzelgemüse, Kürbis, Feldsalat und Lauch, dazu Äpfel, Birnen und Quitten. Ab November kommen Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbis und Kernobst zunehmend aus dem Lager, was klimatisch weiterhin sinnvoll ist. Der größte Klimavorteil entsteht, wenn du auf Gemüse aus beheizten Gewächshäusern verzichtest. Wildfrüchte wie Schlehe und Hagebutte ergänzen den Herbst-Saisonkalender, viele davon erst nach dem ersten Frost.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Welches Gemüse hat im Oktober Saison?
- Verbraucherzentrale: Welches Gemüse hat im November Saison?
- Verbraucherzentrale: Saisonkalender: Obst und Gemüse frisch und regional einkaufen
- ifeu Heidelberg im Auftrag der MBW (2013): CO2-Fußabdruck und weitere Umweltwirkungen von Gemüse aus Baden-Württemberg
- Landesregierung Baden-Württemberg (30.01.2024): Versorgung mit regionalen Lebensmitteln mit hoher Qualität sichern
- NABU: Schlehe, Hagebutte, Vogelbeere: Lecker dank Frost
- NABU: Definition: Was ist Streuobst?
- Bundesnaturschutzgesetz: § 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
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